Energiesparen im Haushalt: Tipps für niedrige Strom- und Heizkosten

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Wer seinen Energieverbrauch senkt, kann viel Geld sparen – und muss dabei nicht zwangsläufig auf Komfort verzichten. Mit diesen Tipps verringern Verbraucher ihre Strom- und Heizkosten.

energiesparen, Stromkosten senken, Frau wechselt Glühbirne gegen LED aus, Foto: ryzhenko23/stock.adobe.com
Die Umrüstung auf LED-Leuchten lohnt sich, wenn die alten Lampen defekt sind. Foto: ryzhenko23/stock.adobe.com

Wenn die Stromrechnung ins Haus flattert, kommt für viele der Schock: Die Kosten sind mal wieder höher als erwartet. Kommt ein besonders kalter Winter hinzu, fällt auch die Heizkostenabrechnung höher aus. Häufig liegt das nicht an einem verschwenderischen Lebensstil, sondern an ineffizienten Geräten, Energiepreissteigerungen oder unbewusstem Energieverbrauch.

Strom sparen leichtgemacht: 9 Tipps für geringere Stromkosten

energiesparen, Portrait Andreas Eigenbauer, Foto: Anna Rauchenberger/E-Control
DI Andreas Eigenbauer, Vorstand der E-Control Foto: Anna Rauchenberger/E-Control

Kein Licht, keine Spülmaschine, kein Laptop: Ohne Elektrizität wäre die Menschheit heutzutage aufgeschmissen. Strom gibt es aber nicht gratis. Da wir jeden Tag reichlich davon brauchen, kann das ziemlich ins Geld gehen. „Der einfachste Weg, Kosten zu sparen, ist, weniger zu verbrauchen“, sagt Diplom Ingenieur Andreas Eigenbauer, Vorstand der E-Control. Um Energie zu sparen, müssen Verbraucher aber nicht zurück ins Mittelalter. Wer die folgenden Tipps berücksichtigt, spart jede Menge Strom und Geld ein.

1. LEDs nutzen

Um Strom zu sparen, sollten Verbraucher auf LEDs setzen, wenn sie ihre Leuchten ohnehin wechseln müssen. LEDs sind zwar teurer als gewöhnliche Glühbirnen, dafür halten sie viel länger. Eine Glühlampe brennt in der Regel circa 1.000 Betriebsstunden, was ungefähr dem Betrieb von einem Jahr entspricht. LED-Lampen halten etwa 25.000 Betriebsstunden durch. „Das hat der Markt geregelt, es gibt fast überall hauptsächlich diese energieeffizienten LEDs zu kaufen“, sagt Eigenbauer.

Darüber hinaus verbrauchen LED-Leuchten weniger Strom, da sie effizienter sind. Eine gewöhnliche Glühlampe verwendet gerade mal fünf Prozent der Energie für die Erzeugung von Licht. Die restlichen 95 Prozent werden in ungenutzte Wärme umgewandelt. LED-Lampen – die effizientesten Leuchten – verbrauchen circa 80 Prozent weniger Strom als Glühlampen, da sie deutlich weniger Wärme produzieren.

2. Geschirrspüler und Waschmaschine ans Warmwasser anschließen

Wer eine thermische Solaranlage hat und Geschirrspüler und Waschmaschine ans Warmwasser anschließt, spart ebenfalls viel Strom.  Heizt der Geschirrspüler das Spülwasser auf, steigen die Stromkosten. Um Schäden zu vermeiden, sollte man das Geschirrspülgerät  und die Waschmaschine jedoch nur an dafür geeignete Geräte ans Warmwasser anschließen. Wer zudem die Wasserleitung isoliert, steigert die Effizienz nochmals.

Bei einer Waschmaschine mit Kaltwasserzulauf kann ein Waschmaschinen-Vorschaltgerät Abhilfe schaffen. Dieses Gerät mischt Warm- und Kaltwasser bereits im Zulaufschlauch im gewünschten Verhältnis und leitet es in die Waschmaschine weiter. So wird das Wasser nicht teuer in der Maschine, sondern schon vorher über den Sonnenkollektor aufgeheizt. Da ein Waschmaschinen-Vorschaltgerät zwischen 250 und 350 Euro kostet, lohnt sich der Kauf in der Regel erst ab einem Haushalt von drei Personen. Moderne Waschmaschinen verfügen häufig über einen Warm- und Kaltwasserzulauf – in diesem Fall ist kein Vorschaltgerät nötig, um die Maschine ans Warmwasser anzuschließen.

3. Energieeffizient Waschen

Energiesparen, Frau hockt vor einer Waschmaschine, Foto: JenkoAtaman/stock.adobe.com
Eine Waschmaschine arbeitet stromsparender mit Warmwasseranschluss. Foto: JenkoAtaman/stock.adobe.com

Schon mit einfachen Mitteln lassen sich beim Waschen Energie und somit auch Kosten sparen:

  • Mit niedriger Temperatur waschen: Wer Textilien mit 30 statt 60 Grad Celsius wäscht, verbraucht zwei Drittel weniger Strom beim Waschen. Gängige Waschmittel reinigen die Wäsche auch bei geringen Temperaturen optimal. Ab und an ist jedoch ein Kochwaschgang nötig, damit sich in der Maschine keine Gerüche und Keime bilden.
  • Auf Vorwaschgang verzichten: Meist ist der Vorwaschgang überflüssig, da Textilien nur selten stark verschmutzt sind. Wenn Verbraucher auf den Vorwaschgang verzichten, verringern sich die fürs Waschen nötige Mengen an Strom und damit auch die Kosten.
  • Wäsche lufttrocknen lassen: Das Trocknen mit einem Trockner verbraucht Strom – selbst mit einer sehr guten Effizienzklasse. Wer hingegen seine Wäsche an der Luft trocknen lässt, spart nicht nur Geld, sondern sorgt damit gleichzeitig für einen geringeren CO2-Ausstoß: Lufttrocknen ist klimaneutral.

4. Laptop statt PC

Wer sich einen neuen Computer anschaffen möchte, sollte zu einem mobilen Laptop greifen. Im Vergleich zu einem Desktop-PC verbraucht ein Laptop laut Experten in der Regel 91 kg CO2 weniger pro Jahr. Schließlich benötigt ein Laptop mit vergleichbarer Leistung und Ausstattung wie ein Multimedia-PC nur 30 Watt im Normalbetrieb, ein Desktop-PC hingegen mindestens 200 Watt.

5. Elektronische Geräte ganz ausschalten

energiesparen, Portrait Gerhard Dell, Foto: Energiesparverband OÖ
DI Dr. Gerhard Dell, Geschäftsführer des Energiesparverbands Oberösterreich Foto: Energiesparverband OÖ

Bequemlichkeit versus Energiesparen: Wenn es um elektronische Geräte geht, siegt oftmals die Bequemlichkeit. Statt die Geräte komplett auszuschalten, werden sie meist im Stand-by-Modus belassen. Auf Stand-by ziehen Stereoanlage, Fernseher und Co. kontinuierlich Strom. „Die wenigsten wissen, dass der Stand-by-Betrieb ungefähr gleich viel Energie verbraucht, wie die Nutzung“, klärt Eigenbauer auf. Das wirkt sich dann auch auf die Stromrechnung aus.

„Den größten Anteil am Stromverbrauch hat im durchschnittlichen Haushalt der Stand-by-Verbrauch inklusive Kleingeräte, das können durchaus rund 20 bis 30 Prozent des gesamten Stromverbrauchs sein“, sagt Dr. Gerhard Dell, Geschäftsführer des Oberösterreichischen Energiesparverbandes.

Ein Problem ist, dass heute viele Elektrogeräte wie Fernseher gar nicht mehr mit einem Ausschalter versehen werden. Wer da nicht den Stecker zieht, ist automatisch im Stand-by-Betrieb. Es kann sich lohnen, deren Energieverbrauch mit einem Stromverbrauch-Messgerät zu ermitteln. Diese Geräte gibt es für wenige Euro im Baumarkt oder Internet zu kaufen oder beispielsweise beim Energiesparverband zu leihen.

„Wenn ständiges Steckerziehen zu umständlich ist, dann sollten abschaltbare Steckerleisten verwendet werden“, empfiehlt Dell.

Achtung: Steckdosenleisten sind auf eine Leistung von rund 3.000 bis 3.500 Watt ausgelegt. Die angeschlossenen Geräte sollten dies nicht überschreiten, denn sonst können die Stromleitungen überhitzen und zu brennen beginnen.

So vermeiden Verbraucher unnötige Stromkosten:

  1. Elektro- und Ladegeräte nach dem Gebrauch ausschalten beziehungsweise vom Netz nehmen.
  2. Geräte, die keinen Schalter haben, an eine Steckdosenleiste mit Schalter anschließen.
  3. Beim Neukauf zu Elektrogeräten greifen, die sich vollständig vom Netz trennen lassen und einen sehr niedrigen Stand-by-Verbrauch haben.

6. Haushaltsgeräte: Auf eine gute Effizienzklasse achten

Um zu gewährleisten, dass Verbraucher die Energieeffizienz eines Elektrogerätes sofort erkennen können, wurden in der Europäischen Union Energielabels eingeführt. Diese Etiketten ordnen Produkte in Energieeffizienzklassen ein und müssen deutlich sichtbar auf den Verpackungen der Geräte aufgeführt werden. Die darauf abgebildeten Effizienzklassen sind für jede Gerätegruppe einzeln festgelegt. Sie geben den Verbrauch eines Gerätes im Vergleich zu Referenzgeräten an. Daher lässt sich also nicht die Effizienz verschiedener Gerätetypen miteinander vergleichen.

Wer sich ein neues Haushaltsgerät anschafft, sollte auf eine möglichst gute Effizienzklasse achten. Je besser die Energieeffizienz ist, desto weniger Strom braucht das Gerät für den Betrieb. So sparen Verbraucher langfristig viel Energie und Geld ein. „Wer neu kauft, sollte immer das beste Gerät nehmen, bezüglich der Energieeffizienz. Das ist auch keine Frage des Geldes, denn es gibt auch günstigere Modelle, mit sehr guter Energieeffizienz“, so Eigenbauer.

7. Kühlschrank und Gefriertruhe regelmäßig abtauen

energiesparen, Frau steht vor geöffnetem Kühlschrank, Foto: Pixel-Shot/stock.adobe.com
In den Kühlschrank sollten keine heißen Lebensmittel gestellt werden, da dies die Umgebungstemperatur sehr schnell steigen lässt und mehr Energie benötigt wird, diese wieder runterzukühlen. Foto: Pixel-Shot/stock.adobe.com

Besitzer eines älteren Kühlschranks oder einer älteren Gefriertruhe sollten das Gerät zwei Mal im Jahr abtauen. Diese Maßnahme ist immer dann nötig, wenn nicht nur ein Reifansatz, sondern eine Eisschicht an den Innenwänden des Kühl- oder Gefrierschranks vorhanden ist. Mit einer fünf Millimeter dicken Eisschicht erhöht sich der Stromverbrauch des Kühlschranks um bis zu30 Prozent.

So beugen Verbraucher der Bildung einer Eisschicht vor:

  • Nur verpackte Lebensmittel in den Kühlschrank stellen. Unverpackt geben sie zu viel Feuchtigkeit ab. Es lohnt sich also, offene Wurst und Co. in einer Plastik- oder Glasbox im Kühlschrank zu lagern.
  • Kühl- und Gefriertruhe an einem möglichst kühlen Ort stellen. Steht das Gerät beispielsweise direkt neben dem warmen Heizkörper oder dem Backofen, muss es mehr Energie aufwenden, um die Lebensmittel zu kühlen. Des Weiteren verkürzt das die Lebensdauer des Geräts.
  • Keine heißen Lebensmittel in Kühlschrank oder Gefrierfach stellen, denn dadurch erhöht sich sofort die Temperatur im Gerät. Neben einer größeren Menge Energie, die aufgewendet werden muss, um die richtige Kühltemperatur wieder zu erreichen, unterbricht das gegebenenfalls sogar die Kühlkette, wodurch empfindliche Lebensmittel Schaden nehmen können.

Wer sich ohnehin einen neuen Kühl- oder Eisschrank kaufen möchte, sollte zu einem ein No-Frost-Gerät greifen, welche heute nahezu Standard sind . Das No-Frost-System funktioniert ähnlich wie ein Umluftsystem. Es wälzt die Luft ständig um, sodass die Feuchtigkeit besser verteilt und aus dem Kühlschrankinneren gefiltert wird. Allerdings ist dafür Energie notwendig, sodass diese Kühlschränke meist nicht die beste Effizienzklasse erreichen.

8. Sonnenenergie nutzen

Hauseigentümer können durch eine Photovoltaik- oder eine Solarthermie-Anlage einiges an Stromkosten sparen. Da kommt es jedoch auch auf den Standort der Immobilie an. Denn steht diese eher schattig, könnten sich die Kosten für die Anschaffung und Wartung solcher Anlagen nicht rentieren. Die Anschaffung wird in der Regel staatlich gefördert.

Ein Mieter oder Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus kann die Entscheidung, eine Photovoltaik-Anlage zu errichten, nicht einfach so treffen. „Der Gesetzgeber hat dafür aber die Möglichkeit der sogenannten Photovoltaik-Gemeinschaftsanlage geschaffen, also eine Anlage auf dem Dach der Immobilie, die alle Eigentümer beziehungsweise Mieter und Mieterinnen nutzen können“, sagt Dell. Dazu sind dann bestimmte vertragliche Vereinbarungen zu treffen.

Eine ähnliche Lösung schlägt Eigenbauer vor: Bürger-Beteiligungsprojekte. „Da kauft sich ein Haushalt ein oder mehrere Module in einer großen Anlage und lassen sich die gewonnene Energie von ihrem Stromanbieter anrechnen“, erklärt Eigenbauer.

9. Stromanbietervergleich spart Kosten

Mit einem Anbietervergleich können Verbraucher ihre Stromkosten erheblich reduzieren. Im Internet lassen sich die Preise der Stromanbieter sehr leicht gegenüberstellen. Verbraucher geben in den einschlägigen Portalen, wie zum Beispiel dem Portal der E-Control ihre Postleitzahl und ihren durchschnittlichen Jahresverbrauch an. Dieser lässt sich aus den letzten Jahresabrechnungen berechnen. Schon werden ihnen unterschiedliche Anbieter beziehungsweise Tarife – sortiert nach Preis – vorgeschlagen.

Das günstigste Angebot ist aber nicht immer das Beste, warnt Andreas Eigenbauer. „Es gilt, die Konditionen der Anbieter zu vergleichen.“ Dabei sollten Verbraucher darauf achten, dass die Anbieter auf automatische Vertragsverlängerungen und Preiserhöhungen während der Vertragslaufzeit verzichten und Verträge mit kurzen Laufzeiten und Kündigungsfristen anbieten.

Achtung

Besonders günstige Angebote haben oft einen Haken. Manchmal wirkt der Tarif aufgrund eines Neukundenbonus sehr günstig, ist aber nach einem Jahr deutlich teurer. Oder es werden Strompakete, also eine bestimmte Menge Strom für einen festgelegten Zeitraum, verkauft.

Wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, kann zu einem Ökostromanbieter wechseln. Diese sind häufig ebenso günstig wie Normalstromanbieter, gewinnen aber elektrische Energie vollständig oder zumindest teilweise aus erneuerbaren Quellen wie Sonnen- oder Windenergie, Biomasse oder Wasserkraft.

Der Stromverbrauch wird laut Eigenbauer in Zukunft weiter beträchtlich steigen. „Insgesamt wird der Energieverbrauch zwar wahrscheinlich sinken, aber der Trend geht klar Richtung Elektrizität“, erklärt er. Das liegt daran, dass Strom immer stärker aus erneuerbaren Energien gewonnen wird und das im Sinne der Klimaziele ist.

Heizkosten sparen: 10 Tipps für einen niedrigen Heizenergiebedarf

Neben den Stromkosten lassen sich auch die Heizkosten senken. Dabei können Verbraucher jede Menge Energie einsparen. So bleibt am Ende des Monats mehr Geld übrig und die Umwelt wird erheblich entlastet.

1. Auf ordentliche Dämmung achten

Das A und O für energiesparendes Heizen ist eine gute Dämmung der Immobilie. Insbesondere bei älteren Immobilien gibt es oft noch Verbesserungsmöglichkeiten. Der Unterschied zwischen einer guten Dämmung und einem ungedämmten Haus ist beträchtlich. „Ein altes ungedämmtes Haus hat im Durchschnitt einen Wert von etwa 200 Kilowattstunden je Quadratmeter, wird es modernisiert und gedämmt kann dieser Wert auf 50 Kilowattstunden je Quadratmeter sinken. Bei Neubauten sind es in der Regel unter 30 Kilowattstunden“, erklärt E-Control-Vorstand Eigenbauer.

Doch wer neu dämmt, müsse dann auch die Heizung kontrollieren: Nicht jede Heizung passt zu den neuen Begebenheiten.

2. Fenster abdichten

Energiesparen, Handwerker klebt Dichtband auf Fensterrahmen, Foto: New Afrika/stock.adobe.com
Gut isolierte Fenster steigern den Wohnkomfort und sparen Energie. Foto: New Afrika/stock.adobe.com

Zur guten Dämmung eines Gebäudes zählt auch, dass die Fenster dicht sind. Die Dichtheit der Fenster lässt sich relativ einfach überprüfen. Dazu ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fenster klemmen und das Fenster schließen. Lässt sich das Papier aus dem geschlossenen Fenster herausziehen, ist das Fenster schlecht abgedichtet. In diesem Fall ist eine nachträgliche Abdichtung sehr empfehlenswert. Lässt sich das Papier nicht oder nur stark beschädigt herausziehen, ist das Fenster dicht.

Wer zugige Fenster hat, sollte diese nachträglich abdichten. Hierfür reicht selbstklebendes Dichtband aus dem Baumarkt aus, das man auf den inneren Fensterrahmen aufbringt.

3. Raumtemperatur absenken

Energieexperten empfehlen, die Raumtemperatur nachts zu senken: „Für jeden Grad Celsius weniger sparen Verbraucher bis zu sechs Prozent ihres Energieverbrauchs ein“, klärt Gerhard Dell auf. Moderne Heizsysteme lassen sich ohnehin so einstellen, dass sie die Räume zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich stark beheizen. Auch wenn man tagsüber nicht zu Hause ist, lohnt es sich, weniger zu heizen.

Grad Celsius auf. Zwischen den einzelnen Stufen liegen jeweils circa 4 Grad Celsius. Am höchsten ist das Einsparpotenzial mit programmierbaren Thermostaten. Hier können Verbraucher genau einstellen, ab welcher Uhrzeit die einzelnen Räume mehr oder weniger beheizt werden sollen und wie hoch die gewünschte Temperatur genau sein sollte.

Programmierbare E-Thermostate sind eine gute Investition, wenn in einem Haus verschiedene Lebensstile aufeinandertreffen und die Bewohner nicht alle zur gleichen Zeit aufstehen, das Haus verlassen und wieder zu Bett gehen. Für ein normales Einfamilienhaus lohnen sich 15 bis 50 Euro Investitionskosten pro Heizkörper für die Ausstattung mit E-Thermostaten meist eher nicht. In diesem Fall kann es eine Möglichkeit sein die Heizkurve richtig einzustellen.

4. Heizkurve richtig einstellen

Heizkosten senken, eine Frau gibt an einem digitalen Thermostat die Temperatur ein, Foto: Monkey Business/stock.adobe.com
Ist die Heizkurve richtig eingestellt, sind die Räume bei verringertem Energieverbrauch angenehm warm. Foto: Monkey Business/stock.adobe.com

Für die ordentliche Einstellung der Heizung werde laut Eigenbauer noch zu wenig unternommen. Beim Heizungseinbau werden meist Standardwerte eingegeben, die nicht zwingend passend sein müssen. „Hier lohnt es sich auf jeden Fall einen Techniker kommen zu lassen, der die Heizung ordentlich justiert. Die Kosten für den Techniker sind durch die Ersparnisse schnell wieder drin“, rät der E-Control-Vorstand.

Grundsätzlich gilt: Ein Gebäude braucht bei kalten Außentemperaturen mehr Energie, um auf die gewünschte Innentemperatur zu kommen, als bei warmen Außentemperaturen. Daher ist es wichtig, die Heizkurve am Steuerregler des Heizkessels optimal einzustellen. Die Thermostate am Heizkessel sind mit mindestens einem Außentemperaturfühler verbunden. So können sie die Vorlauftemperatur der Heizung automatisch – je nachdem, ob es draußen warm oder kalt ist – anpassen. Wer Heizenergie und Kosten sparen möchte, sollte die Heizkurve genau einstellen. Sie kann allerdings nicht ohne weiteres berechnet werden, weil sie von zu vielen Faktoren abhängt und nicht linear verläuft. Da hilft nur anpassen und testen bis die Heizkurve optimal justiert ist.

5. Heizkörper entlüften

Eine Heizung ist nicht komplett luftdicht, deshalb gelangt bei jedem Nachfüllen des Heizungswassers Luft hinein. Auch die Verbindungsteile sind minimal luftdurchlässig. Wird das Wasser im Heizkessel erwärmt, entstehen kleine Luftbläschen. Wenn diese nicht rechtzeitig abgeleitet werden, gelangen sie in die Heizkörper. Da Gas nach oben steigt, sammelt sich die Luft im höchstgelegenen Heizkörper. Das merken Verbraucher an Glucker-Geräuschen und daran, dass der Heizkörper nicht mehr richtig warm wird. Um Heizenergie zu sparen, sollten Verbraucher ihre Heizkörper regelmäßig entlüften.

6. Nachts Jalousien, Rollos und Vorhänge schließen

Energiesparer sollten grundsätzlich darauf achten, dass so wenig Wärme wie möglich nach außen gelangt. Hierbei schaffen schon Vorhänge, Jalousien und Rollos Abhilfe, da sie die Fenster zusätzlich isolieren. Wer sie nachts – oder bei ungenutzten Räumlichkeiten auch tagsüber – geschlossen hält, kann zusätzlich Heizenergie sparen.  

Doch Achtung! Heizkörper sollten nicht von Vorhängen, einem Heizkörperverbau oder anderen Möbeln verdeckt werden, rät Dell vom Energiesparverband OÖ. Denn dann kann die Wärme nicht ungehindert in den Raum abgegeben werden.

7. Richtig lüften

Auch mit der Art des Lüftens können Verbraucher Heizkosten sparen. Wer sein Fenster dauerhaft gekippt hat, erzielt nur wenig Luftaustausch. Stattdessen kühlen die umliegenden Wände aus. Im schlimmsten Fall beginnen sie zu schimmeln. Stoßlüften lautet das Zauberwort. Mit weit geöffneten Fenstern und Innentüren entsteht ein gesunder Luftaustausch. Wer drei Mal am Tag für circa fünf Minuten stoßlüftet, verbraucht weniger Energie als mit gekippten Fenstern – und erzielt eine bessere Wirkung. Beim Lüften sollten Verbraucher zudem die Thermostatventile ihrer Heizkörper schließen. So vermeiden sie, dass der Temperaturfühler die Heizung aufgrund der kalten Zugluft hochfahren lässt.

"Eine Faustregel beim Lüften: Je kälter es draußen ist, desto kürzer sollte gelüftet werden."

– Gerhard Dell, Geschäftsführer Energiesparverband OÖ

8. Heizung warten

Energiesparen, Handwerker wartet eine Heizung, Foto: iStock.com/AlexRaths
Eine gewartete Heizung läuft energieeffizienter. Foto: iStock.com/AlexRaths

Wer den Energieverbrauch im Haushalt senken möchte, sollte seine Heizung regelmäßig warten lassen, denn gewartete Anlagen arbeiten sparsamer und leben länger. Außerdem werden Verschleißteil-Abnutzungen erkannt, bevor sie einen Schaden verursachen. Das macht die Wartungskosten wieder wett. Normalerweise ist die Heizungswartung Aufgabe des Hauseigentümers. Er darf die Kosten allerdings über die Betriebskosten auf den Mieter umlegen, sofern dies im Mietvertrag entsprechend vereinbart wurde.

9. Hydraulischen Abgleich durchführen

In vielen Heizsystemen besteht das Problem, dass Heizkörper in Räumen, die weit vom Heizkessel entfernt sind, nicht richtig warm werden. Ist das der Fall, lässt sich die Effizienz der Heizung mit einem hydraulischen Abgleich steigern.

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass sich die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt und die Vorlauftemperatur der Heizung abgesenkt werden kann. Das senkt die Verluste und spart Energie. Hierfür werden alle Komponenten der Heizungsanlage exakt aufeinander und auf den Energiebedarf des Hauses abgestimmt. Zudem wird die Menge des durchfließenden Heizwassers mithilfe der Thermostatventile an den Bedarf der einzelnen Räume angepasst.

Voraussetzungen für einen hydraulischen Abgleich ist ein Zweirohr-Heizsystem und Heizkörper mit voreinstellbaren Thermostatventilen oder Rücklaufverschraubungen.

10. Zirkulationspumpe mit Zeitschaltuhr versehen

In manchen Warmwassersystemen ist eine Zirkulationspumpe eingebaut, die dafür sorgt, dass das Wasser in der Leitung ständig umgewälzt wird, damit beim Aufdrehen sofort warmes Wasser aus dem Hahn kommt. Das hat den Vorteil, dass der Verbraucher nicht warten muss, bis es warm genug zum Duschen ist.

Allerdings verbraucht die Trinkwasser-Zirkulation permanent Energie – auch wenn die Bewohner gerade kein Warmwasser nutzen. Diese Energie lässt sich mithilfe einer eingebauten Zeitschaltuhr einsparen. Das lohnt sich aber nur, wenn die Bewohner einen ähnlichen Tagesablauf haben.
Mit einer Zeitschaltuhr lassen sich mehrere Zeiträume pro Tag und unterschiedliche Schaltzyklen für einzelne Wochentage einstellen, in denen die Zirkulationspumpe arbeitet. So können Bewohner beispielsweise einstellen, dass die Pumpe nachts nicht arbeitet und am Wochenende erst später am Morgen den Betrieb aufnimmt. Auf diese Weise können Verbraucher sowohl elektrische Energie zum Berteiben der Zirkulationspumpe als auch Energie fürs Erwärmen des Wassers einsparen.

11. Alte Heizungspumpe austauschen

Es heißt, dass bis zu zwanzig Prozent des Stromverbrauchs eines Hauses auf die Heizungsumwälzpumpe entfallen können. Wer noch eine alte Pumpe in Betrieb hat, sollte sie auf ihre Effizienz hin überprüfen lassen. Der Kauf einer neuen, effizienten Heizungspumpe amortisiert sich oft schon nach wenigen Jahren. Alte Heizungspumpen benötigen eine Leistung bis zu 100 Watt, da sie nicht drehzahlgeregelt sind. Neue hingegen nur etwa 15 Watt.


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