Nachmieter suchen: schneller raus aus dem Mietvertrag?

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Neuer Job in einer neuen Stadt, eine günstigere Wohnung in einem besseren Viertel gefunden – oftmals wollen Mieter deshalb vorzeitig aus der alten Wohnung raus. Viele Mieter gehen davon aus, dass es reicht, einen Nachmieter zu stellen, damit sie früher ausziehen können. Doch dies ist nur in bestimmten Fällen möglich.

Nachmieter suchen, Foto: iStock.com/mediaphotos
Früher raus aus dem Mietvertrag – einfach nur einen Nachmieter suchen und gut ist? Mieter sind hier auf das Einverständnis des Vermieters angewiesen. Foto: iStock.com/mediaphotos

Wer vorzeitig aus seiner Wohnung ausziehen will, sieht sich häufig mit einem großen Problem konfrontiert: der Kündigungsfrist des Mietvertrags. Ob Mieter früher aus der Wohnung ausziehen können, wenn sie einen Nachmieter suchen, hängt dabei vor allem von einem ab: vom Vermieter.

Drei Nachmieter suchen und dann ausziehen: weit verbreiteter Irrtum

Auf keinen Fall sollten Mieter annehmen, dass es automatisch reicht, drei Nachmieter zu stellen, um früher ausziehen zu können – ein populärer Irrtum, der sich vielerorts hält: „Ein Mieter hat kein Anrecht darauf, einen Nachmieter zu bringen und der Vermieter muss keinen Nachmieter akzeptieren“, erklärt hierzu Barbara Walzl-Sirk vom Mieterschutzverband Steiermark.  Auch wenn der Nachmieter mehrere Nachmieter präsentiert, muss der Vermieter keinen davon akzeptieren.

Nachmieterklausel im Mietvertrag

Durch eine spezielle Klausel kommen Mieter allerdings früher aus dem Mietvertrag raus. Die Bedingung ist hier ebenso ein geeigneter Nachmieter. „Mit dieser Nachmieterklausel muss auch unterschieden werden, ob der Mieter das Recht hat, einen Nachmieter zu benennen oder lediglich Vorschläge zu machen“, sagt Elke Hanel-Torsch, Wiener Landesvorsitzende der Mietervereinigung Österreichs. „Auch wenn der Mieter das Recht hat, einen Nachmieter zu nennen, kann der Vermieter diesen ablehnen.“ Beispielsweise wenn die betreffende Person bereits als Gast beim Mieter war und mehrfach den Hausfrieden gestört hat. Solche Nachmieterklauseln im Mietvertrag können grundsätzlich aber recht unterschiedlich gestaltet sein. So könnte beispielsweise vorgeschrieben werden, dass der Mieter drei geeignete Nachmieter vorstellen muss oder dass einer genügt. Im konkreten Fall sollten sich Mieter aber den genauen Vertragslaut ansehen und sich gütlich mit ihrem Vermieter einigen.

Praxis-Tipp

Wenn Mieter keinen Nachmieter stellen dürfen, aber doppelte Mietzahlungen vermeiden möchten, können Mieter ihre Wohnung untervermieten. Allerdings müssen sie hier einiges beachten.

Gibt der Vermieter die Zustimmung, dass der Mieter frühzeitig ausziehen kann, wenn dieser einen Nachmieter findet, können diese Tipps bei der Suche weiterhelfen.

Tipps zu Nachmietersuche:

  1. Sobald der Mieter weiß, dass er auszieht, sollte er sich auf die Nachmietersuche machen. Vor allem in ländlichen Regionen kann es dauern, bis ein Nachmieter gefunden ist.
  2. Mieter sollten einen Nachfolger für sich suchen, der ihnen vom Typ her ähnlich ist. Ein Alleinstehender sollte also keine fünfköpfige Familie als Nachmieter vorschlagen.
  3. Interessenten sollten die Bedingungen des Vermieters erfüllen.
  4. Um einen geeigneten Nachfolger zu finden, können Mieter auch die Suchanzeigen durchsuchen.
  5. Das Mietangebot sollten Mieter zunächst auf den eigenen Namen anfertigen. Sie selbst suchen den Nachmieter, nicht der Vermieter. Auf immowelt.at können Sie ganz einfach selbst eine Immobilienanzeige veröffentlichen.

Wichtig bei der Nachmietersuche ist eine enge Kooperation mit dem Vermieter. Ihm können Mieter beispielsweise auch anbieten, bei der Wohnungsbesichtigung von Interessenten dabei zu sein. So kann auch er sich ein persönliches Bild von den potenziellen Nachmietern machen.

Experten-Tipp

Der Mieter haftet bis zum Vertragsende weiterhin für den Mietzins und für etwaige Schäden in der Wohnung – weshalb Mieter gut überlegen sollten, ob sie dem Nachmieter vorzeitig die Wohnung überlassen.

Eine Möglichkeit, früher aus der Wohnung ausziehen zu können, ohne auf die Erlaubnis des Vermieters angewiesen zu sein, ist die Abgabe des Hauptmietrechts an einen nahen Verwandten wie Kinder, Ehepartner oder Enkel. Diese müssen allerdings während der vergangenen Jahre mindestens zwei Jahre im selben Haushalt gewohnt haben.


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