Wohnungsbesichtigungen wieder möglich: So machen’s Makler richtig

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Trotz der Coronapandemie sind Wohnungsbesichtigungen auch im neuen Jahr gefragt. Mit dem aktuellen Lockdown sollten aber vorrangig Online-Besichtigungen durchgeführt werden. Muss eine Besichtigung vor Ort stattfinden, sollten Immobilienmakler äußerst umsichtig vorgehen.

Corona Besichtigungstermin, Corona Wohnungsbesichtigung, eine grüne Türe öffnet sich, Foto: iStock.com/brazzo
Hereinspaziert: Trotz Lockdown können unvermeidbare Wohnungsbesichtigungen stattfinden. Makler sollten dabei jedoch einige Regeln beachten. Foto: iStock.com/brazzo

Ab dem 26. Dezember befindet sich Österreich im dritten Lockdown - es gelten wieder strenge Maßnahmen. Bis zum 18. Jänner ist der Handel geschlossen und körpernahe Dienstleistungen sind untersagt. Außerdem gelten ganztägige Ausgangsbeschränkungen. Das Haus darf nur aus triftigen Gründen verlassen werden. Für Immobilienmakler bedeutet das: Unvermeidbare Wohnungsbesichtigungen sind unter Auflagen wie Abstands- und Hygienemaßnahmen möglich. Aber wie genau sollte ein Besichtigungstermin ablaufen? Hierfür hat der Fachverband der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) eine Reihe von empfohlenen Verhaltensregeln ausgearbeitet.

Wer und wie viele Personen auf einmal dürfen eine Wohnung besichtigen?

Corona Besichtigungstermin, Corona Wohnungsbesichtigung, Foto: WKO
Arno Wimmer, Maklersprecher der Wirtschaftskammer Österreich. Foto: WKO

Die WKO empfiehlt, Einzeltermine abzuhalten, an denen nur Personen teilnehmen, die im gemeinsamen Haushalt leben. Ist eine Wohnung so klein, dass ein ausreichender Abstand zum Kunden nicht möglich ist, so sei es auch denkbar, dass der Makler vor der Wohnung wartet und den Kunden die Wohnung allein besichtigen lässt, heißt es aus der Branche.

Der Rat von Arno Wimmer, Maklersprecher der WKO, sich sinngemäß an den Regelungen für die Dienstleistung in Betriebsstätten zu orientieren, führt im dritten Lockdown dazu, dass Besichtigungen andernfalls nicht stattfinden können. Denn der Handel ist bis Mitte Jänner geschlossen.

Pflichten durch Corona: Wie soll der Besichtigungstermin stattfinden?

Bei der Besichtigung sollten alle Personen, die nicht aus einem gemeinsamen Haushalt stammen, den vorgeschriebenen Mindeststabstand von einem bis zwei Meter zueinander einhalten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. „Dieser vorgeschriebene Mindeststandard ist sowohl von Unternehmern und ihren Mitarbeitern als auch von den Kunden einzuhalten“, sagt Maklerexperte Wimmer. Darüber hinaus gelte es grundsätzlich, das Ziel der Ansteckungsprävention auch eigenverantwortlich zu betreiben und je nach Situation darüberhinausgehende Schutzmaßnahmen zu treffen.

Tipps bei Corona: Abstands- und Hygienemaßnahmen

  • Bereits im Exposé auf die Art der angebotenen Besichtigung hinweisen – zum Beispiel Onlinebesichtigung per Skype oder Facetime, oder Einzelbesichtigung vor Ort.
  • Fragen zur Immobilie und Terminvereinbarung besser nur online oder telefonisch.
  • Kein gemeinsames Liftfahren zur Wohnung. Kann der vorgeschriebene Mindestabstand nicht eingehalten werden, sollte der Lift nacheinander benützt oder auf das Stiegenhaus ausgewichen werden.
  • Kein Körperkontakt – aufs Händeschütteln verzichten und auch auf die Nies- und Hustenetikette achten, zudem einen Abstand von ein bis zwei Metern zueinander halten.
  • Kein Austausch von Dokumenten – diese besser vorab oder direkt nach dem Termin dem Interessenten digital zukommen lassen.
  • Kontakt zu Gegenständen meiden – offene Innentüren ermöglichen eine Besichtigung, ohne ständig Klinken anfassen zu müssen. Sollte dies nicht immer möglich sein, dann sollten alle Kontaktflächen regelmäßig gründlich desinfiziert werden.
  • Hygienemittel bereitstellen. Für Anbieter empfiehlt sich zum Beispiel ein Fläschchen Desinfektionsmittel, damit Interessenten ihre Hände desinfizieren können.

„Zur Schaffung eines Settings, das dem Kunden Sicherheit und ein umfassendes Service vermittelt, ist es empfehlenswert, MNS-Masken, Handschuhe oder Desinfektionsmittel für den Bedarfsfall parat zu haben.“

— Arno Wimmer, Maklersprecher der Wirtschaftskammer Österreich

Wenn die Wohnung noch bewohnt ist, müssen die Mieter der Besichtigung zustimmen?

Corona Besichtigungstermin, Corona Wohnungsbesichtigung, Schuhe stehen vor einer Wohnungstüre, Foto: Annatamila/stock.adobe.com
Eintreten oder lieber draußen bleiben? Ist eine Wohnung noch bewohnt, sollte die Notwendigkeit von Besichtigungsterminen gut abgewogen werden. Foto: Annatamila/stock.adobe.com

Für gewöhnlich müssen Mieter einer Wohnungsbesichtigung zustimmen, insofern das Ende des Mietverhältnisses bevorsteht und die Wohnung vermittelt werden soll. Dafür muss der Besichtigung allerdings rechtzeitig angekündigt sein, als Faustregel gilt hier circa zwei Wochen im Voraus.

Während der Coronakrise sollten Vermieter, Mieter und Interessent jedoch das Gespräch miteinander suchen und sich fragen: Ist die Besichtigung nicht zu verschieben? Kann sie vielleicht virtuell durchgeführt werden? Denn nach Möglichkeit sollte das Ansteckungsrisiko durch Corona minimiert werden. Lässt sich die Besichtigung nicht virtuell durchführen, so rät die WKÖ nur im Einvernehmen mit bestehenden Bewohnern die persönliche Besichtigung bewohnter Immobilien durchzuführen.

Besondere Rücksicht sollte bei Wohnungsbesichtigungen auf jene genommen werden, die aus gesundheitlichen Gründen Angst vor Kontakten haben. Ebenso ist besondere Vorsicht bei gefährdeten Personen geboten. Wenn ältere Personen oder jene mit Vorerkrankungen beteiligt sind, sollten, im Falle einer unumgänglichen Besichtigung, die Vorsichtsmaßnahmen umso schärfer ausfallen. In jedem Fall sollten die Umstände für den Mieter zumutbar bleiben und die Gesundheit aller im Vordergrund stehen.

Achtung

Für Mieter, die unter Quarantäne stehen, gelten andere Regeln, denn sie dürfen keine sozialen Kontakte wahrnehmen. Makler und Vermieter sollten hierfür die zuständige Gesundheitsbehörde befragen, wie vorgegangen werden soll.

11.01.2021


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1 Kommentar

Ingrid am 13.01.2021 11:13

Praktische Frage / gibt es eine Ausnahme bei dem Makler wenn man als Verkäufer und bzw. Käufer schon COVID19 durchgemacht hat Welche Bestätigung und wie lange gilt es

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