Verona liegt in Norditalien, an den Ufern der Etsch, an der Stelle, wo der Fluss in die Poebene mündet. Die bereits als Kleinstadt bestehende Stadt wurde im 1. Jahrhundert V. CHR. eine römische Gemeinde und erlebte in den folgenden Jahrhunderten die Herrschaft der Ostgoten, der Langobarden und Karls des Großen, wobei sie ein Zentrum von großer militärischer und kultureller Bedeutung war. Im 12. Jahrhundert wurde die Stadt unabhängig und blühte unter der Familie Scaligeri auf, die das Stadtbild gestaltete und die Piazza delle Erbe, das alte römische Forum, in den Mittelpunkt stellte. Im Mittelalter wurde sie zum Sitz der politischen und administrativen Macht und beherbergt noch heute, harmonisch nebeneinander oder miteinander verschmolzen, die Überreste verschiedener Epochen. 1405 wurde Verona Teil der Republik Venedig, die während der vier Jahrhunderte der Herrschaft das Stadtgefüge mit zahlreichen Sanierungsarbeiten bereicherte. Die von Napoleon besetzte Stadt wurde 1797 an die Österreicher abgetreten, die ihren festungsähnlichen Charakter dadurch unterstrichen, dass sie sie zu einer der vier befestigten Städte des Verteidigungsvierecks Lombardei-Venetien machten. 1866 wurde Verona als Protagonist des Risorgimento und der Unabhängigkeitskriege mit dem Königreich Italien vereinigt. Die römischen Ruinen gehören zu den bedeutendsten in Norditalien, und die Arena trägt noch heute zum intensiven kulturellen Leben der Stadt bei, da in ihr ein umfangreiches Programm an Theater- und Musikaufführungen von internationalem Rang stattfindet. Die monumentalen Tore und Befestigungsanlagen zeugen von der strategischen Bedeutung der Stadt, die bis ins 20. Jahrhundert innerhalb der mittelalterlichen Mauern lag und als grandioses Beispiel einer militärischen Festung gilt, sowie als hervorragende Darstellung des Konzepts einer befestigten Stadt, die sich im Laufe von mehr als zweitausend Jahren schrittweise entwickelt und die künstlerischen Elemente jeder Epoche aufgenommen hat.